Kartoffel Kruste auf Dinkel

Vor einiger langer Zeit habe ich in München gelebt und dort ein Praktikum gemacht, für ein paar Monate.
Das war aber noch lange bevor meiner Kehrtwende hin zum Bäckerhandwerk – damals war ich noch mehr so der Business-Yuppi.
Aber egal, das Praktikum war langweilig und aus einer inneren Stimme heraus, oder einfach weil ich schon damals Brot lieber mochte als die Bierspezialitäten der Stadt, habe ich eben erkundschaften, welche Bäckereien die Stadt zu bieten hat.
Eine sehr sehr gute und schnuckelige Bäckerei, war gleich in dem Quartier, in dem ich in einer WG damals wohnte.
Eine sehr traditionelle Familienbäckerei, so ganz klassisch: Verkauf vorne, Backstube dahinter. Morgens früh lagen die Regale voll mit duftend frischem Brot und es gab wirklich eine sehr große Auswahl. Wenn ich mich recht erinnere und meine Suche im Netz erfolgreich war gibt es diese Bäckerei heute immer noch und sie heisst Neulinger.

Hier bin ich regelmäßig hingegangen und habe mich durch das Angebot verschiedener Brote verköstigt und sicherlich auch immer mal wieder etwas Süßes genascht. Der Genuss war lediglich durch mein bescheidenes Praktikanten-Budget begrenzt.

Hier war es dann auch, dass ich zum ersten Mal ein Kartoffel Brot gegessen habe, das ein wunderbar feines Aroma von Muskat und so super saftig war. In der Brot Krume waren bei dem Neulinger Brot keine Kartoffelstücke verbacken. Aber es waren ganz sicher reichlich frische Kartoffeln zerdrückt eingearbeitet, denn es war einfach so lecker saftig und ganz fein aromatisch. Der Charakter war eher hell und ganz mild, wahrscheinlich rein Weizen Mehl und ohne Vollkorn. Daher schmeckte es mir leicht mit Butter bestrichen und etwas Salz bestreut genaus so gut, wie mit süßem Nuss-Nougat Aufstrich.

Insiperiert von dieser Erinnerung habe ich nun endlich mal eine Rezeptur geschrieben, die mich im Ergebnis auf kulinarischem Niveau sehr überzeugt. Den Charakter des Brotes habe ich bewusst sehr verschieden zum Neulinger gestaltet, denn den emotionalen Erinnerungswert und Genuss, den kann ich ganz sicher nicht wieder aufleben lassen.

Meine Kartoffel Kruste auf Dinkel ist in der Kastenform gebacken, denn wie üblich bei mir, gehe ich bei der Hydrierung an das Maximum und habe auch reichlich grobe Kartoffelstücke in den Teig eingearbeitet. Wie der Name vermuten lässt, werden die Kartoffeln von einem Dinkel Teig, mit großzügigem Vollkorn Anteil getragen. Was das im Einzelnen heisst, liest du hier in der Rezeptur:

Nun bleibt mir nicht mehr zu sagen, als nur Mut es nachzubacken und hoffentlich ganz arg zu genießen.

Wenn du mir dann deinen Kommentar oder Fragen schreiben möchtest, freue ich mich sehr!

Viel Back-Erfolg und höchsten Genuss, wünsche ich dir!

Veröffentlicht von Herman & Jakob

Brot Sommelier Bäcker Meister Bread Essayist

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